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28.04.2017 10:21 Uhr Von  Dr. Martin Steffan

Interview mit Andrea Alghisi, COO, Geschäftsbereich Automobil und Industrie der Westport Fuel Systems: Gelingt die verbesserte Profitabilität unter volatilen Marktbedingungen?

Seit dem 1. Juni 2016 ist der Zusammenschluss von Westport Innovation und Fuel Systems Solutions zur Westport Fuel Systems eine Tatsache. Das bedeutet, 2 große globale Unternehmen, führend in der LPG- und CNG-Technologie, arbeiten in einem schwächelnden globalen Markt nun zusammen. Wir sprachen mit Dr. Andrea Alghisi (48), COO von Westport Fuel Systems, Geschäftsbereich Automobil und Industrie über die Chancen und Risiken dieser Firmenehe von amerikanischem Konzern (zu dem unter anderem BRC gehört) und kanadischem Konzern (zu dem Prins gehört).

 

Frage: Über die Hintergründe des Zusammenschlusse der beiden Konzerne Westport Innovations Inc. und Fuel Systems Solutions wurden nicht viele Informationen an die Öffentlichkeit gegeben. Warum war das so?

 

Die Fusion wurde zwischen zwei börsennotierten Unternehmen geschlossen. Dabei gab es sehr wohl eine ganze Menge an Informationen von beiden Konzernen. Es gab zusätzlich auch Informationen, die bei der SEC veröffentlicht wurden. Leider dauerte das Genehmigungsverfahren des Zusammenschlusses viel länger als wir erwartet hatten. Mit der Fusion haben wir nun begonnen, die Integration voranzutreiben und wir freuen uns darauf, nun endlich aktiv am Markt zu sein. Beide Unternehmen haben fusioniert, um eine global führende Rolle bei der Produktion von alternativen Kraftstoffsystemen und Komponenten zu schaffen.

Kern hierbei war, Technologien der nächsten Generation gemeinsam zu entwickeln und eine festere globale Präsenz für die nun vereinigten Konzerne zu schaffen.  Wir glauben fest daran, dass es ein erhebliches Potenzial für eine verbesserte Profitabilität auch unter den derzeit volatilen Marktbedingungen gibt. Nicht zu vergessen sind hier die ungenutzten Spar- und Fusionssynergien.

 

Frage: Der Zusammenschluss aller Marken unter einem Dach geschah in einer Zeit, wo die Märkte schrumpfen. Was wird jetzt anders sein? Werden im Rahmen der Fusion Fabriken schließen, nehmen Sie bestimmte Marken aus dem Markt oder möchten Sie, wie es ein Mitbewerber bereits macht, die 4-Tage-Woche in der Produktion einführen?

 

Wir nehmen Schritte auf, um unsere Betriebskosten mit unserem Umsatz auszurichten. Um profitabel zu werden, haben wir zwei Westport-Verwaltungsbüros im US-amerikanischen  Michigan geschlossen. Wir haben auch die Konsolidierung von „Corporate Staff functions“ vorangetrieben, also zentrale Stabsfunktionen verkleinert. Diese genannten Maßnahmen sollen nicht nur helfen, das Betriebsvermögen zu optimieren, sondern auch dazu beitragen, die jährlichen Betriebskosten um mehr als 9 Mio. US-Dollar zu senken.

 

Frage: Man hört, dass der Verlust an der Börse für Westport Innovations Inc. am Ende von 2016 100 Millionen US-Dollar betragen wird. Auch die alte Fuel Systems Solutions machte Verluste. Was ist denn dann nun die Perspektive dieser Fusion? Und wo sehen Sie Wachstums- und Marktpotenziale für ihre vielen Marken und Produkte?

 

Wir können derzeit noch keine Prognose abgeben. Das macht auch keinen Sinn, da wir unsere Investoren mit vernünftigen Informationen und Aussichten versorgen wollen. Unser Ziel ist es, so schnell wie möglich in die Profitabilitätszone zu kommen und wir machen derzeit große Schritte in diese Richtung. Die Profitabilität wird wahrscheinlich aus einer Kombination von verbesserten Produktverkäufen bestehender Produkte, einer verbesserten betrieblichen Effizienz zwischen beiden ehemaligen Unternehmen, und reduzierten Gemeinkosten entstehen. Zudem haben wir verbesserte Produkte in der Pipeline, z. B. die DLM 3 von Prins und HPDI von Westport.

 

Frage: Die Prins Direct LiquiMax wurde unter anderem für die Mehrheit der VW-Motor-Codes mit hohen Entwicklungskosten entwickelt. Vor allem in Deutschland ist dieses System immer noch ziemlich teuer. Warum senken Sie hier nicht die Preise für die DLM (liquid Direkteinspritzung), um die Umrüstung für die Endkunden wieder attraktiver zu machen?

 

Skaleneffekte und Synergien ermöglichen uns im Rahmen der Zusammenführung eine hohe  Kostenreduzierung für alle Systeme, einschließlich der Direct Injection-Systeme. Zudem bauen wir darauf, dass Umrüstbetriebe verstärkt Erfahrungen mit den DI-Systemen sammeln,  so dass die Kosten für die Umrüstung in Zukunft niedriger ausfallen sollten.

 

Frage: Wie ist das Feedback der Kunden zum Prins DLM-System?

 

Das Feedback ist auf der einen Seite sehr positiv, weil neuere Autos mit einem DI-Motor jetzt auch auf LPG laufen können. Mit diesem System können noch bessere Emissionsergebnisse, geringere CO2-Emissionen und vor allem niedrige Partikel-Ausstöße um bis zu 99% weniger erreicht werden. Auch die Effizienz ist besser als bei den Saugrohr-Technologien.

 

Da es sich aber um ein relativ neues System handelt, das erst zirka 5 Jahre auf dem Markt ist, sehen wir, dass es technische Herausforderungen für die Anlagen gab. So haben mehrere OEM ihre Software geändert. Zudem müssen sich die Anlagen im Alltag auf unterschiedliche Drücke an den Tankstellen, unterschiedliche Propan-Butan-Mischungen und ebenso unterschiedliche Kraftstoffqualitäten einstellen. Damit sich die Anlage auf diese unterschiedlichen Qualitäten besser einstellen kann, haben wir die Software, die Hardware und die Diagnose im Laufe der vergangenen Monate verbessert.

 

Der Markt und die Endverbraucher müssen sich aber noch an diese neue Technologie gewöhnen und viele Umrüster müssen erst noch geschult werden, um den Einbau und Service gut organisieren zu können. Das kostet Zeit. Um hier aktiv zu werden, haben wir extra E-Learning-Module entwickelt.

 

Für Endverbraucher haben wir zudem in diesem Jahr eine neue Webseite ins Leben gerufen: www.de.prins-afs.com in deutscher Sprache. Hier können Kunden ihre Fragen und Bitten auf  Unterstützung direkt an Prins senden. Also werden alle Anfragen registriert und weiterverfolgt.

 

Hr. Alghisi, wir danken Ihnen für das Gespräch.

 

                                                            Das Interview führte Martin Steffan.



28.04.2017 10:21 Uhr Von  Dr. Martin Steffan