Stellenmarkt

Heft 4/2017 ab dem 9. August 2017 im Handel oder als epaper / app unter:

Heft 4/2017 ab dem 9. August 2017 im Handel oder als epaper / app unter:

 

Aus dem Inhalt:

Bequem mit Autogas reisen:
Leichte Freude über niedrige Preise

Einzelabgasbescheinigungen:
Nur noch bis 30.09.2017?

Elektroautoland Norwegen:
Eindeutig führend in Europa

Premiumpartner

www.uniti-expo.de
GASDRIVE
www.vogelsautogas.nl/de/
Car Gas

 

www.gas-tankstellen.de
26.06.2013 17:43 Uhr Von  Friedhelm Kortmann

Fisahn GmbH auch mit LPG-Wankelmotoren erfolgreich

Eine runde Zahl konnte das Team von Fisahn Autogastechnik in Unna im Mai feiern, denn mit dem frisch angelieferten Mazda RX-8 bekommt jetzt der 201. Wankel-Mazda eine Autogasanlage des italienischen Herstellers Icom verpasst. Bilanz der bisherigen 200 Umrüstungen: keine besonderen Vorkommnisse. Geschätzte Kilometerleistung: über zehn Millionen. Das AutoGas Journal wollte jetzt wissen, warum Wankel-Technik und Autogas so gut zueinander passen.

Drehkolben-Pionier Felix Wankel hat im Jahr 1954 sicher nicht geahnt, dass seine geniale Erfindung eine gute Voraussetzung für eine Umrüstung auf Autogas bieten würde. Auch Hans Dieter Paschke, der den ursprünglichen Drehkolbenmotor drei Jahre später zu einem Kreiskolben-Wankelmotor weiter entwickelte und damit sein heutiges Funktionsprinzip festlegte, hat seine Konstruktion mit Otto-Kraftstoff befeuert.

Dabei bietet die Wankeltechnik, die ihr Überleben in der Pkw-Welt vor allem dem japanischen Autobauer Mazda zu verdanken hat, gute Voraussetzungen für den LPG-Betrieb. Der Wankel-Vorteil: Es finden sich nur wenige bewegliche Teile, Nockenwelle, Stößel, Kipphebel und Ventile sind nicht vorhanden. Das gleichmäßige und kräftige Drehmoment kommt dem LPG-Betrieb ebenfalls entgegen, die Kraftentfaltung eines Dreischeiben-Wankelmotors ist durchaus vergleichbar mit der eines fetten Achtzylinder-Hubkolbenmotors.


Wankel-Technik passt gut zu Autogas

Da lag es für Diplom-Ingenieur Konrad Fisahn auf der Hand, den Kreiskolbenmotor mit umweltfreundlichem und günstigem Autogas zu befeuern. Gemeinsam mit Icom-Einbaupartner Paul Weiß von der Car-Positiv-Gruppe in Diez im Rhein-Lahnkreis verpasste der Icom-Importeur erstmals 2007 einem RX-8 eine Autogasanlage. Um es schon einmal vorwegzunehmen: Dieser Mazda hat seit seiner Umrüstung über 150.000 Kilometer zurückgelegt und über die üblichen Inspektionen und Gasprüfungen hinaus keinen außerplanmäßigen Boxenstopp erlebt. Hochgerechnet über zehn Millionen Kilometer dürften es sein, die alle 200 Mazda-Wankelsportler bisher unter die Räder genommen haben – alle unauffällig, alle ohne besondere Vorkommnisse.

 

Jetzt ist der nächste Mazda an der Reihe, ein RX-8 in Bordeaux-Metallic, der die „Nummer 201“ wird. Mussten die LPG-Experten bei den ersten Umrüstungen noch den kompletten Motor ausbauen, reicht heute das leichte Absenken des Blocks zur Demontage der Ansaugbrücke. Hier werden dann die Bohrungen für den Sitz der LPG-Einspritzdüsen angesetzt – eine Arbeit, die für den Erfolg oder Misserfolg von größter Bedeutung ist. Wird hier gepatzt, ist Dauerstress vorprogrammiert. Mit der Montage des Düsenstocks ist die Arbeit im Motorraum so gut wie erledigt, die Einspritzzeiten für die Gasdüsen werden vom Steuergerät der Benzindüsen abgenommen. Um hier einen extrem sauberen Motorlauf zu erreichen, wird jede einzelne Gasdüse vor ihrem Einbau sorgfältig kalibriert und damit auf die Einspritzmengen der Benzindüsen abgestimmt.

 


Läuft wie am Schnürchen –unspektakulär und kraftvoll

Pro Scheibe – oder Kreiskolben – werden zwei Gasdüsen gesetzt, so dass insgesamt vier zum Einsatz kommen. Für den 143-kW-Motor ist damit die Gasversorgung über das gesamte Leistungsband abgedeckt. Das 170-kW-Kraftpaket der „Nummer 201“ erhält unter Volllast ab etwa 6.500 U/min. einen zusätzlichen Spritzer Ottokraftstoff aus der dritten Benzindüse. Alles andere funktioniert wie bei jedem Saugrohr-Einspritzer: unspektakulär, unproblematisch und unauffällig. Schon 50 Sekunden nach dem Benzinstart schaltet die Anlage auf Autogas um, das war’s. Außer der Gasbrücke ist von der Umrüstung nicht viel zu sehen; zudem der Umschalter mit Füllstandsanzeige im Cockpit und der Tank im Kofferraum, der auch die Pumpe beherbergt. Diese ist eine Neuentwicklung und verhindert mit einem Anfangsdruck von 25 bar, dass sich Dampfblasen im System bilden, der anschließende Betriebsdruck beträgt zehn bis zwölf bar. Den Tank gibt es wahlweise als Zylindertank mit 57 Litern Bruttovolumen, der noch Platz lässt für das kleine Reisebesteck; alternativ kann es auch ein Radmuldentank mit bis zu 97 Litern sein, der allerdings mangels Radmulde mitten im Kofferraum montiert wird.  

Mit der Wankel-Umrüstung nimmt Icom auf dem deutschen Markt eine Sonderstellung ein, und auch bei den modernen Direkteinspritzern zählen die LPG-Experten aus Unna zu den Pionieren. Seit sechs Jahren versorgen sie moderne FSI-Motoren mit Autogastechnik vom Start weg – Benzin ist sowohl beim Anlassen als auch im Betrieb komplett überflüssig. Nach technischen Vorbereitungen und Probeläufen im Jahr 2006 bekam ein Volkswagen EOS 2.0 mit 143 Kilowatt als erster Direkteinspritzer im Frühjahr 2007 bei Fisahn eine LPG-Anlage verpasst, ein Jahr später stellten ihn die Autogas-Experten auf der Leipziger Automesse AMI vor.

Seitdem wird die Palette der Umrüstungen ständig erweitert und erreicht vom kleinen 1.2-Liter- bis zum 3.6-Liter-Motor nahezu alle Modelle aus der Volkswagengruppe von Audi bis Skoda und nicht zuletzt Porsche. Auch Alfa Romeo, BMW, Hyundai, Kia, Mazda, Mercedes und Opel gehören zum Portfolio der Icom-Partner. Mit Flüssig-Einspritzung statt Verdampfertechnik ermöglichen sie modernen „Downsizing“-Motoren einen konsequent monovalenten Betrieb.

Die Fisahn GmbH in Unna-Hemmerde ist seit 2004 General-Importeur der Icom-Autogasanlagen aus Italien. Als Icom-Partner und -Entwicklungs-Standort für Mitteleuropa vertreibt und verarbeitet die Fisahn GmbH zusammen mit ihren Einbaubetrieben in Deutschland ausschließlich die LPG-Flüssigeinspritzer von Icom S.p.a. aus Italien.



26.06.2013 17:43 Uhr Von  Friedhelm Kortmann