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Heft 6/2016 ab dem 5. Dezember 2016 im Handel oder als epaper / app unter:

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Aus dem Inhalt:

Der Lada Granta im Langzeittest:
Endlich Qualitätssprung vollzogen

Biopropan ist keine Utopie mehr:
Im Frühjahr 2017 geht es los

Der Opel Mokka X mit Autogas:
Bewährte Technik aus Rüsselsheim

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22.12.2016 11:37 Uhr Von  Dr. Martin Steffan

Der neue Lada Granta: Ausgereifte Autogastechnik zum Schnäppchenpreis

Am Granta von Lada scheiden sich die Geister. Während der altgediente Russe stets gar nicht das Image von Rustikalität und Unverwüstlichkeit der Familienmitglieder Niva bzw. Urban teilte, versuchte er sich an einem anderen Weg. Dieser orientierte sich immer an den anspruchsvollen Fahrwünschen einer wachsenden Mittelschicht in Europa. Allerdings nur mit mäßigem Erfolg. Mit dem neuen Granta nun, den wir als Testfahrzeug mit selten nachgefragtem Automatikgetriebe ein halbes Jahr fahren durften, scheinen sich die Widersprüche weiter zu verstärken. Während er beim Design immer noch dem längst vergangenen Charme des Ostblocks huldigt, schickt er sich technisch an, die erste Riege der Mittelklasse-Fahrzeuge in Westeuropa zu erobern.

Allerdings darf man dabei nicht den Denkfehler begehen, die technischen Features seien aus dem PSA-Konzern (Renault, Nissan etc.), nur weil der bei der Lada-Mutter AwtoWAS im russischen Toljatti nun stark beteiligt ist. Mitnichten. Regensensor, Funkfernbedienung und Zentralverriegelung sind alle „Made in Russia“. Und jetzt, nach dem halbjährlichen Langzeittest können wir mit Funk und Recht sagen: Der Granta kann mit anderen Mittelklasse-Limousinen bei weiter wachsenden Ansprüchen des typischen Mittelklasse-Fahrers absolut mithalten.

Vorab können wir aber sagen. Die technische Reife mehrerer Features, die aus den Regalen des  AwtoWAS-Konzerns entstammen, tun dem Fahrzeug gut. Unser Test führte das Fahrzeug 26.426 Kilometer im Sommer und Winter über Landstraßen und Autobahnen. Es gab es keine technischen Ausfälle, nicht beim Motor, aber auch nicht bei den rustikalen Scheibenwischern, die bei älteren Lada-Modellen früher schon mal ganz gerne nach 10.000 bis 25.000 Kilometern im Geschwindigkeitsrausch abbrachen.  

In der Luxus-Klasse der Günstigtste seiner Art

Zudem würde man dem Russen mit französischem Einschlag unrecht geben, wenn man ihn in die Ecke der Gestrigen einordnen würde. Er besitzt Beachtenswertes, über das man nachdenken sollte: Mit 13.710 Euro inklusive Prins-VSI II-Autogasanlage ist er mit seinen 72 kW (98) PS und dem 4-Zylinder-Reihen-Motor inklusive der Multipoint-Einspritzanlage mit Bosch / ITELMA-Komponenten ein fulminantes Alltagstier, dass auch mit Steigungen keine echten Probleme hat. Die Zahnstangenlenkung mit elektromechanischer Servolenkung und einem Lenkrad, das einen Airbag beinhaltet, der das Sicherheitspaket mit dem Beifahrerairbag abrundet, tun Ihr Übriges. Das 4-Kanal-ABS-System mit Bremsassistent (BAS) und elektronischem Stabilitätsprogramm ergänzen das Standard-Sicherheitsprogramm und zeigen, dass der Granta absolut auf der Höhe der Zeit liegt.

Zweifelsohne ist er in der Kategorie der Mittelklasse-Limousinen – und zwar mit der im Test gefahrenen Luxus-Ausstattung – der günstigste seiner Art. Pragmatiker, mit dem Hang zum finanziell Machbaren, erhalten damit ein voll funktionsfähiges Fahrzeug mit kleinen technischen Raffinessen, so dass man als preisbewusster Kunde unterm Strich seinesgleichen nur noch unter den französischen und rumänischen Fahrzeugen (also beim Dacia) annäherungsweise findet.

Niedriger Verbrauch sticht andere Neufahrzeuge aus

Dank des konventionellen Priora-Motors mit Nissan-Anleihen beschränkt sich der Benzinverbrauch (kombiniert) laut technischer Fahrzeugdaten auf 7,1 Liter.

Dass sollte aber dem geneigten Fahrer immer noch zuviel sein. Allerdings ist er im Verbrauch auf der Landstraße mit 5,1 Litern dafür umso sparsamer. Aber es geht noch günstiger: Und zwar mit der Nachrüstung einer Prins-Autogas-Anlage, die vom Entwicklungs- und Umrüstzentrum AAX Alternative Antriebssysteme Xanten für Lada Deutschland durchgeführt wird.

Allerdings ist die Anlage inklusive Umrüstung nicht „geschenkt“. Das Fahrzeug ist zwar als Neufahrzeug-Variante direkt beim Lada-Händler bestellbar, LPG-Anlage inklusive Umrüstung schlagen aber mit 2.500 Euro Mehrkosten zu Buche. Die müssen erstmal „herausgefahren“ werden über den günstigen LPG-Preis.

Dafür bleibt aber die Fahrzeuggarantie erhalten. Ein Pluspunkt, den man nicht unterschätzen sollte. Mit Autogas verbrauchte unser Granta mit Automatik-Getriebe zwischen 9,6 und 13,1 Liter auf 100 Kilometer – je nach Fahrweise – und erzielte damit Spritverbrauchskosten, von denen die Besitzer anderer deutscher Mittelklasse-Limousinen nur träumen können. Gasbetrieb und  Einsatz auf der Autobahn harmonierten problemlos, der Motor ließ sich im Gasmodus auch im hohen Drehzahlbereich niemals aus der Ruhe bringen.

In Punkto Konnektivität und Assistenzsysteme muss der Granta in Zukunft aber noch aufholen. Immerhin: Der Rückfahrassistent piept zuverlässig beim rückwärts einparken und der Regensensor verrichtet zuverlässig seinen Dienst sobald der erste Tropfen die Frontscheibe erreicht. Features, wie elektronisch verstellbare Seitenspiegel sind im Luxus-Paket des Granta inklusive, andere dagegen wie die Anhängezugvorrichtung (690,-) oder Verdunkelungsfolie für die Heck- und Seitenscheiben hinten (340,-) kommen auf Wunsch kostenpflichtig dazu.

Auf der Autobahn beschleunigte der Granta zielstrebig und war lediglich in der Geräuschentwicklung etwas gewöhnungsbedürftig. Nach wenigen Kilometern verflüchtigte dich diese Kulisse aber und der Motor lief recht ruhig. Auf der Landstraße machte der Granta eine ebenso ansprechende Figur und schnurrte seine Kilometer bedächtig herunter.

(Den vollständigen Text finden Sie im aktuellen AutoGas Journal Nr. 6 / 2016)



22.12.2016 11:37 Uhr Von  Dr. Martin Steffan