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Heft 4/2017 ab dem 9. August 2017 im Handel oder als epaper / app unter:

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14.05.2017 09:44 Uhr Von  Dr. Martin Steffan

Reichweitenangst überwinden: Der Nissan Leaf im Selbsttest

Über die tatsächliche Reichweite von Elektrofahrzeugen im Verhältnis zu den Kilometern, die man bei Fahrtantritt fahren könnte und zu Anfang im Display angezeigt werden, ist schon viel geschrieben worden. Tatsächlich ist das Missverhältnis, dass sich hier immer wieder auf Strecken offenbart, einer der wichtigsten Gründe, die Endverbraucher davon abhalten, sich ein E-Fahrzeug anzuschaffen. Um mehr Transparenz herzustellen und den tatsächlichen Verbräuchen auf den Grund zu gehen, führt der Bielefelder Kompetenzzirkel DELTA IntegralE Reichweiten- und Handling-Tests mit E-Mobilen namhafter Hersteller durch und entwickelt daraus Tipps für sparsames Fahren mit den Stromern. Ein Streckentest mit einem Nissan Leaf in der Ausführung ACENTA, der über eine Wärmepumpe und die stärkere 30 kw-Batterie verfügte, führte von Hannover-Döhren nach Bielefeld-Heepen – mit interessanten Ergebnissen.

Testfahrer und Diplom-Wirtschaftsingenieur (TH) Karsten Jurgschat fuhr das Fahrzeug von der TÜV Nord eSTATION in Hannover-Döhren bis zum Autohaus Mattern in Bielefeld. Das sind gerade mal 105 Kilometer, davon 75 auf der Autobahn.

Die ersten Kilometer im Stadtverkehr bewältigte der Leaf mit Bravour, das Handling war leicht, anfahren und bremsen im starken Stadtverkehr problemlos und mit glänzendem Vortrieb. Das Modell wird allerdings hier noch im Normalstatus geführt. Das permanente Bremsen und Anfahren mochte die zu 80 % geladene Batterie nur leider gar nicht, ebenso wenig die eingeschaltete Klimaanlage, das Radio und die beheizten Sitze. Und darum wurden  nun schnell aus den am Start geladenen 146 Kilometer nach nur 4,5 Kilometern „stop and go“ zügig 121, bevor es erstmal 25,5 Kilometer auf mehrere Bundesstraßen ging, die dann zur sehnsüchtig erwarteten Autobahn führten.

In dieser Situation, weiß Jurgschat, reagieren Endverbraucher verunsichert, bisweilen panisch und suchen per Smartphone nach einer Ladesäule in der Umgebung, die aber nicht immer verfügbar ist.

Besser kann es da schon sein, um dieser „Reichweitenangst“ Herr zu werden, bestimmte Grundregeln für die Weiterfahrt zu beachten. Heißt also: Radio, Klimaanlage, Sitzheizung aus. Und dann vor der Fahrt einmal schauen, ob und wie im Öko-Modus bei welcher Geschwindigkeit gefahren werden kann.

Beim Nissan Leaf hat Jurgschat den Tempomaten konsequent auf 119 km/h gesetzt und den Fahrmodus „B“ eingestellt, um das rekuperative Bremsen zu verstärken. Gerade diese Maßnahme führte dazu, dass bei Steigungen die angezeigte Kilometerzahl im Verhältnis zwar etwas schneller schwand, bei Gefälle auf den Autobahnen aber die Rekuperation, also Rückgewinnung von Bremsenergie, sehr wirksam für eine zügige Erhöhung der Kilometeranzeige wiederum sorgte. Neben der Wärmepumpe war es also der Tempomat und die Fahrt unter 120 km/h, die für eine gleichmäßigere Abgabe des Stromes sorgte und das „Kilometerkonto“ wieder aufbaute.

Dieses auf und ab der Kilometer im Display ist tatsächlich gewöhnungsbedürftig und widerspricht dem Fahrgefühl, dass man von Verbrennern kennt.

Psychologisch problematisch kommt beim Leaf hinzu, dass er unter 15 Kilometern die noch verfügbaren Strom-Kilometer nicht mehr anzeigt und durch Aufblinken von Strichen und Warnzeichen zum möglichst schnellen Anfahren der nächsten Ladestation auffordert, auch wenn nur noch – wie in diesem Test – zirka 3 Kilometer zur Ladesäule zu fahren waren. „Da kann man schon mal aus der Ruhe kommen“, so Jurgschat.

Wer also überflüssige Verbraucher auf der Fahrt abschaltet und entschleunigtes, ruhiges Fahren anwendet, ebenso wie den fahrzeugeigenen Öko-Modus, sorgt mit einfachen Mitteln dafür, dass die bei Fahrtantritt angezeigten Kilometer sehr wahrscheinlich auch für die durch das Display vor der Fahrt angezeigte Länge reicht.



14.05.2017 09:44 Uhr Von  Dr. Martin Steffan