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Heft 4/2017 ab dem 9. August 2017 im Handel oder als epaper / app unter:

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Aus dem Inhalt:

Bequem mit Autogas reisen:
Leichte Freude über niedrige Preise

Einzelabgasbescheinigungen:
Nur noch bis 30.09.2017?

Elektroautoland Norwegen:
Eindeutig führend in Europa

Premiumpartner

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Car Gas

 

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Test: Opel Corsa mit Autogas-Anlage

"Feuerrotes Spielmobil" mit
Spareffekt dank LPG

Opel-Fahrzeuge mit dem magischen WN-Kennzeichen für Winnenden üben auf den kundigen Betrachter der Szene seit mehr als 40 Jahren eine magische Wirkung aus: signalisieren Sie doch, das diese Fahrzeuge aus der Edelschmiede Irmscher in Remshalden (eben im Landkreis Winnenden) stammen, seit mehr als 4 Jahrzehnten ein Synonym für Sportlichkeit. Doch was einst in einer kleinen schwäbischen Doppelgarage des Rennfahrers Günther Irmscher begann, hat sich mittlerweile zu einer weltweit operierenden Unternehmensgruppe mit mehr als 250 Mitarbeitern gemausert, die im Kerngeschäft mit der Adam Opel AG noch fest verbunden ist.

So ist es auch logisch, das man im Hause Irmscher das Segment der Autogas-Nachrüstung für Opel fest in der Hand hat und der Testwagen des Autogas-Journals, ein Opel Corsa 1,4 LPG hier umgerüstet wurde.

Schon äußerlich kann das ?feuerote Spielmobil? seine edle Herkunft nicht verleugnen: Seitenschweller, Frontspoiler, Dachspoiler, Sportschalldämpfer mit zwei Endrohren, ein 16-Zoll Radsatz und eine hochwertige Leder-Innenausstattung machen aus dem biederen Corsa einen stylischen Flitzer, der auf allen Flaniermeilen einen perfekten Eindruck hinterlässt. Das aber trotz des absolut perfekten Stylings auch noch genügend Kleingeld für den Fahrer übrig bleibt, dafür sorgt die Autogasanlage von Irmscher. Um es vorwegzunehmen: gut 8,5 Liter Autogas verbrauchte unser Testwagen bei normaler Fahrweise, überwiegend Stadtverkehr und Landstraße. Lediglich auf der Autobahn jenseits von 140 km/h wurde ein Express-Zuschlag fällig. Damit stellt der Corsa eindruckvoll unter Beweis, dass LPG-Fahrzeuge nicht langweilig sein müssen.

Schon beim ersten Kontakt mit dem Corsa fühlt man sich auf Anhieb wohl. Die in rot-schwarzem Leder bezogenen Schalensitze bieten ordentlichen Seitenhalt, das Lenkrad ist griffig und dank der vielfältigen Verstellmöglichkeiten hat man sofort seine richtige  Sitzposition gefunden. Markenbewusstsein suggeriert der Schönling aber auch innen: ob auf Fußmatten, den Pedalen, den Sitzen oder dem Lenkrad, der Fahrer vergisst zu keiner Zeit, das sein Fortbewegungsmittel aus dem Hause Irmscher stammt, denn das Logo prangt überall.

Ein wenig Ernüchterung folgt dann aber schon auf den ersten Kilometern: Der 90-PS-Corsa wirkt im Vergleich zu seinem sportlichen Äußeren doch ein wenig untermotorisiert und bleibt hinter den Ambitionen zurück, die sein Outfit suggeriert. Das liegt einerseits daran, dass das 1,4-Liter Triebwerk nicht gerade zu den agilsten Produkten aus dem Hause Opel gehört und der Vortrieb doch dem Gewicht Tribut zollen muss.

Wie ein Kart um die Kurven fahren

Beim Spurt von 0 auf 100 km/h vergehen doch 12,5 lange Sekunden und auch bis zur Höchstgeschwindigkeit von 173 km/h braucht der Irmscher-Corsa ein wenig Anlauf. Das liegt auch daran, dass das maximale Drehmoment von 125 Nm erst bei 4000 U/min anliegt, ein Wert, der nicht gerade für einen besonders durchzugstarken Motor spricht. Mehr Schein als Sein? In Punkto der Fahrleistungen vielleicht, wenn man die Straßenlage außer Acht lässt. Dank leichter Fahrwerkmodifikationen, die allerdings keinen nennenswerten Einfluss auf den Komfort ausüben, lässt sich der kleine Opel fast wie ein Kart um die Kurven dirigieren, unterstützt von einer recht direkten Lenkung, die zwar gewöhnungsbedürftig, aber nicht unangenehm ist. Hohe Kurvengeschwindigkeiten lassen sich so fast spielerisch realisieren, bevor ein leichtes Wischen im Heck die Nähe zum Grenzbereich signalisiert. Dieser wird jedoch im normalen Fahrbetrieb kaum erreicht, da die Querbeschleunigungskräfte schon vorher lautstarken Protest der Mitfahrer provozieren. Wer dermaßen sportlich unterwegs sein will, muss aber immer sehen, dass der Motor sich im nutzbaren Drehzahlbereich von 4000 U/min bis 5600 U/min befindet.

Doch das ist nicht die Welt des kleinen Corsa mit dem 1,4-Liter-Triebwerk und Autogasanlage. Er kann durchaus sparsam bewegt werden, denn schon ab ca. 1500 U/min beschleunigt er ruckfrei hoch und wer nicht die Gänge ausdreht, kann mit dem chicen Cityflitzer durchaus sparsam unterwegs sein.

Pannenkit leistet erste Hilfe

Das Herzstück des Tests, die Autogasanlage aus dem Hause Irmscher, konnte jedoch vollends überzeugen. Der 44-Liter Gastank (reale Füllmenge zirka 36 Liter) ist in der Reserveradmulde untergebracht, im Falle eines Plattfußes leistet ein Pannenkit erste Hilfe. Passgenauigkeit und Verarbeitung sind offensichtlich sehr professionell. Die Betankung erfolgt durch einen Einfüllstutzen in der Original-Tankklappe, so dass von außen nichts auf LPG hindeutet. Das gleiche Bild im Motorraum. Alles wirkt aufgeräumt, halt wie ab Werk.

Dieser positive Eindruck setzt sich auch im Fahrbetrieb fort. Schon nach knapp 1000 Metern im kalten Zustand gestartet, springt die Motorversorgung um in den sparsamen Gasmodus. Wer jetzt erwartet, dass hier deutliche Leistungsverluste auftreten, sieht sich getäuscht. Zwar räumt Irmscher mögliche Leistungsverluste von bis zu 3 % ein, doch waren die im Fahrbetrieb nicht spürbar. Auch das Umschalten von Benzin auf Gas war nicht feststellbar. Subjektiv nahm man allerdings war, dass das Fahrzeug etwas leiser war und insgesamt harmonischer im Gasbetrieb fuhr.

Und das nicht ohne Grund. Opel und Irmscher haben gemeinsam Qualitätsanlagen nach der neuen R 115-Norm entwickelt und diese aufwendigen Voruntersuchungen wie Prüfläufe, Langzeit- und Crash- und Brandtests unterzogen, so dass Opel-Kunden sicher sein können, eine auf ihr Fahrzeug optimal abgestimmte Anlage zu besitzen, die in Punkto Haltbarkeit und Zuverlässigkeit perfekt in die Erwartungshaltung, die man bei einem Opel-Produkt hat, erfüllt. Ein gemeinsam mit Tunup entwickelter Schmierstoff sichert die Beigabe der sonst im Benzin gelösten Additive.

Wichtig auch für Opel-Kunden: Die Opel Werksgarantie und die Opel Mobilitätsgarantie bleiben in vollem Umfang erhalten. Irmscher übernimmt zusätzlich eine Garantie auf Motor- und Antriebstrang für 24 Monate ohne Kilometerbegrenzung, auch für gewerblich genutzte Fahrzeuge. Anschlussgarantien können ohne weitere Zuschläge abgeschlossen werden. Um es auf den Punkt zu bringen: Opel liefert LPG ab Werk in Spitzenqualität, ohne das man, wie bei vielen Nachrüstlösungen Abstriche machen muss. Für den Kunden aber besonders wichtig: Ansprechpartner ist für ihn in jedem Fall sein Vertragshändler und die lästige Diskussion im Falle eines Falles, ob denn nun die Gasanlage den Motorschaden verursacht hat oder der Schaden ohne Gasanlage auch aufgetreten wäre, entfällt.

Gut aber auch: Mit Autogas konnten gut 350 Kilometer zurückgelegt werden, bis der nächste Tankstopp fällig war. Würde man dann auch noch die zusätzliche Reichweite im Benzinbetrieb addieren, käme man bei normaler Fahrweise auf ca. 900 Kilometer, ohne auch nur einmal eine Tankstelle anfahren zu müssen.

Fazit

Der Irmscher-Corsa mit Autogasanlage ist ein echter Hingucker, der stylisches Aussehen mit geringem Spritverbrauch verbindet. Seine Fahrleistungen bleiben hinter den Erwartungen zurück, die sein sportliches Design suggerieren, nicht aber die Straßenlage. Da kann er seine Trümpfe voll ausspielen. Doch auch die Opel-Motorenpalette bietet noch viel Spielraum nach oben. Es ist das ideale Fahrzeug für all diejenigen, die aus der automobilen Uniformität ausbrechen wollen, ohne dabei die Kosten aus den Augen zu verlieren, zumindest, was den Unterhalt angeht. Aber es war schon immer etwas teurer, einen besonderen Geschmack zu haben. Doch Hand aufs Herz: Was ist chicer: ein Allerweltsauto aus Wolfsburg oder der Corsa von Irmscher, der den Begriff „Autoemotion” neu definiert?

Technische Daten Opel Corsa LPG:

Motor 1,4 l 16 V, 66 kW (90 PS) bei 5600 U/min, max. Drehmoment 125 Nm bei 4000 U/min,  Getriebe: 5-Gang, Fahrleistungen: 0 ? 100 km/h 12,5 sek. (Autogas 12,5 sek), Höchstgeschwindigkeit 173 km/h (Autogas 169 km/h), Verbrauch im gesamten Testverlauf 7,3 Liter Superbenzin, ( 8,5 Liter Autogas).

Der besondere Tipp:

Die Adam Opel AG weist darauf hin, das eine Autogasanlage innerhalb der ersten 4 Jahre ungefähr 50 % ihres Wertes verliert, bei einer durchschnittlichen Laufleistung von 15.000 km pro Jahr liegt das Sparpotential pro Jahr bei 654,- Euro total, der Wertverlust (2595 Euro : 2 =  1297,50 Euro Restwert nach 4 Jahren) pro Jahr in der ersten 4 Jahren bei 324,- Euro, so dass sich die Anlage nach knapp 2 Jahren amortisiert hat. Sollten die Benzinpreise jedoch weiter steigen, verschiebt sich die Bilanz erheblich in Richtung Autogas.

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